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Das Phänomen der MUDDIvation – Ein Bericht hinter den Kulissen vom MUDDI Markt auf der Kieler Woche

Wer kennt das nicht? Diese roten Sticker überall in der Stadt verteilt. Wegen des Layouts denkt man an den Discountermarkt Penny. Die Sprüche auf diesen Stickern sind lustig, aber irgendwie checkt man sie nicht gleich, sondern muss erst einmal kurz überlegen. Letztlich kommt einem die Frage auf: „MUDDI – Was genau ist das denn eigentlich?“

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Bummelbude. Ein virtuelles Schaufenster für Kiel

In den Innenstädten großer Städte sieht es oft ähnlich aus. Große Einkaufsketten reihen sich aneinander, Haupteinkaufsrouten wirken austauschbar, unser Kaufverhalten damit auch. Hinter Bummelbude verbirgt sich eine klare Vorstellung davon, wie wir in Kiel shoppen können: lokal, mit Bindung zum Einzelhandel. Damit Kiel nicht eine dieser typischen immer-gleich-aussehenden Städte wird, und seine besonderen Läden und Ladengüter behält. Chris, Daniel und Klaas basteln an einem virtuellen Schaufenster, das „Bummeln wieder in den Vordergrund rückt“ und Kieler Läden stark macht in Zeiten von E-Commerce und Co.

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Feuerwehrschlauch und Ösen-ExpertInnen

„Wir haben eine Vision: mehr Materialien zu retten und die umzuwandeln“, erzählen Lis und Laura von Dievers bei unserem Kaffee und Kuchentreffen in Lüneburg. Das „große Problem der Bewusstseinsänderung“ hin zu ökologischem Design wollen Lis Evers, Jan-Felix Bock und Laura Lüers spielerisch angehen. Das Rezept dazu: „Produkte sollen Spaß machen, begeistern und überraschen“, findet Lis. „Das ist der große Anspruch dahinter“ und sagt euch schon, worum es für Dievers geht.

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Am Anfang standen „ganz viele bunte Schnaps-Ideen“

„Dievers“, der Name kommt „von der guten Mama“, schmunzelt Lis. Evers ist der Nachname von Lis, die Mutter des Projektgedanken ist, und divers sind die Materialien, die das Team zum Design nutzt. Das Symbol lässt Raum für Interpretation – wir spinnen ein bisschen rum: ein E wie Evers, ein doppeltes E, ein Maßband,.. hier ist für jeden Kopf eine andere Phantasie möglich.

Entstanden ist Dievers aus einem Praxisseminar zu Social Entrepreneurship. Bei Lis war schon immer eine Faszination fürs Upcycling da: „Ich hab in dem Kurs total Blut geleckt, aber bei allen anderen wars mit den Kurspunkten am Semesterende vorbei“. Aber Lis hat sich bei Facebook und Mystudy (eine Plattform an der Uni Lüneburg) auf die Suche nach Mitstreitern begeben, dann kamen Laura und Jan hinzu. Laura lacht in Erinnerung an ihre Bewerbung: „Ich habe eine ganz formelle E-Mail geschrieben, um mitzumachen – du hättest ja auch eine Professorin sein können“.

Damals sollten noch Clutches aus Schläuchen entstehen. Aber mit der edlen Kollektion, die Lis im Kopf hatte, gab es Probleme – so hochwertig, wie sie sein müsste, sah sie einfach nicht aus. Dann kam der Beutel. Der wurde auf der Altonale zum Lieblingsstück. Die Altonale hat dem Team ein gutes Gefühl gegeben, „da waren wir wirklich abgefüllt mit positiven Gedanken“, beschreibt Lis den Glücksmoment für Dievers. Auf Sylt wurden die ersten zwei Beutel verkauft „da laufen jetzt irgendwo zwei Menschen mit unserem Beutel rum“, freut sich Laura.

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„Wir verwenden so viele Restmaterialien wie möglich.“

Grau, blau, orange sind die Beutel, die Dievers herstellen lassen – die Fertigung passiert in den Elbe-Werkstätten, einer Behindertenwerkstatt mit Sitz in Hamburg. Die Materialien kommen von der Feuerwehr und einem Laden für Arbeitskleidung in Lüneburg. Vor und nach jedem Feuerwehreinsatz werden alle Schläuche getestet. 15m Schläuche müssen es sein und wenn die Meterzahl abweicht oder irgendwo etwas undicht ist, kommt der Schlauch weg – für das Dievers Team ist das viel Material für viele neue Designstücke. „Müll ist mittlerweile tatsächlich nicht mehr Müll – es gibt einen Markt dafür“. Lis meint: „Generell ist das eine positive Tendenz“, aber für Start-ups wie Dievers ist das schwer, weil in der Testphase kein unbegrenztes Budget zur Verfügung steht.

„Der yooweedoo-Ideenwettbewerb war ein Segen“, sagt Lis. März 2016 ging die Bewerbung raus, im April kam der positive Bescheid „das war ein sehr, sehr glücklicher Tag“. „Die Unterstützung ist eine Bestätigung“ und vor allem konnte dank der Finanzierung die erste Dievers Produktrunde produziert werden. Unter anderem ist vom yooweedoo Geld eine Ösenpresse gekauft worden, „ein robustes 10-Kilo-Teil“, sagt Lis schnaubend und erklärt lachend: „Jetzt bin ich Feuerwehrschlauch und Ösen-Expertin“.

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Wie kommt es zum Dievers Design?

Da wird viel ausprobiert. „Wir sind so eine Handwerkerfamilie – von klein auf wird gebastelt und gebaut“, erzählt Lis. Sie und Laura sind sich einig, dass sie es brauchen, „mit den Händen etwas zu kreieren“. „Dann ist da noch Interesse für Mode und Lifestyle“…und schon fängt man an, seine eigenen Designstücke zu produzieren.

„Irgendwann sind wir auch selber an unsere Grenzen gestoßen und brauchten Hilfe von außen“. Jetzt ist eine Designerin aus Hamburg mit im Team, die  beimRucksack die kleinen Kniffeleien mit ausgetüftelt hat. „Da reichte die Affinität allein nicht mehr aus“. Für das Team heißt das, dass es sich Gedanken machen muss, wie diese Mitarbeit entlohnt wird. „Da liegt mir total viel dran“, bekräftigt Lis. „Es ist ziemlich wertvoll, wenn man auf der menschlichen Ebene gut miteinander kann und dann auch noch die gleichen Werte vertritt“.

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Zukunft

Das Dievers Team quatscht dafür mit anderen yooweedoo-Projekten, holt sich Feedback auf Kreativ-Messen und auf Treffen mit anderen Start-ups in Hamburg und Umgebung. Ein Zukunftsziel des Teams ist es, Gartenmöbel zu produzieren, die erst auf den zweiten Blick recycelt aussehen. Und: „Ich fänd es schön, unsere Produkte in mehreren Läden hier in Lüneburg zu sehen – oder in Hotels“ „oder in einem Café“ – die beiden haben viele Ideen, wo es hingehen soll. „Und es wäre echt das Größte, andere damit zu sehen und zu wissen: die sind genauso begeistert wie wir!“.

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Zeit, groß zu denken und seine Träume umzusetzen – angewandte Utopien hier in Kiel

Was ist eine Utopie und was macht sie aus? Welche utopischen Ansätze kennen wir und welche wurden bereits umgesetzt? Welche Gesellschaftsordnung ist denkbar und wie lässt sich ein nachhaltiges Zusammenleben umsetzen? Viele dieser Fragen haben uns beschäftigt, uns neugierig gemacht und waren für uns Anreiz am Seminar Angewandte Utopien Nachhaltiger Entwicklung teilzunehmen.
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