D.I.Y. deluxe

Siebdruck! Wie cool! Ich wollte immer schon mal wissen, wie das funktioniert und bin schon ganz aufgeregt, als ich heute zum nocollar-Siebdruck-Kollektiv in die Alte Mu fahre.

Als ich die Werkstatt betrete, hockt Niko gerade neben ihrem umgedrehten Rennrad und einem Eimer mit Seifenwasser. Im Hintergrund läuft Soulmusik. „Ich bin generell sehr gerne hier in der Werkstatt, nicht nur zum Drucken. Wenn ich so vor mich hin tüdel vergesse ich alles um mich herum. Manchmal, wenn jemand unerwartet reinkommt, bin ich total unfähig ein Gespräch zu führen“, sagt Niko lachend.

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100% D.I.Y. und 100% Earth Positive

Zur Feier des Tages bekomme ich ein T-Shirt mit dem Alten Mu Impuls-Werk-Logo bedruckt – 100% D.I.Y., Bio und Fair Trade. „Wir bestellen unsere Textilien bei Continental. Die haben drei Linien und für eine wird nur Biobaumwolle verwendet und für CO2-Ausgleich gesorgt“, klärt mich Niko auf.

Das Sieb wurde bereits in der Dunkelkammer mit dem Motiv belichtet und somit kann es direkt losgehen. Zuerst wird das Sieb eingespannt und das Textil, in diesem Fall das T-Shirt, mit Kleber auf der Holzplatte fixiert. Dann wird das Sieb auf das T-Shirt gedrückt, die Farbe wird aufgetragen und mit einem Rakel über das Sieb gezogen. Es handelt sich um wasserbasierte Farbe. „Das sind auf jeden Fall schon gute Farben. Und was du sonst an Chemie brauchst, geht nicht anders. Das Giftigste ist das Zeug, womit du die Fotoemulsion am Schluss wieder vom Sieb entfernst, um es für andere Motive neu belichten zu können.“

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Nach der ersten wird noch zweite Schicht Farbe aufgetragen, damit sich die Farbe wirklich verdichtet und dann mit einem Fön angetrocknet. Anschließend wird das T-Shirt für 150 Sekunden in ein Gerät gelegt, dass die Farbe bei circa 150 Grad Hitze fixiert. Jetzt kann man das T-Shirt in die Waschmaschine stecken ohne dass sich die Farbe herauswäscht. „Das ist vergleichbar mit einem Bügeleisen, nur ist es viel präziser“, erklärt mir Niko.

„Das Klo als Dunkelkammer zu benutzen bedeutet vier Stunden anhalten.“

Wir nutzen die Zeit, um uns über den Ursprung des Projektes zu unterhalten. „Ein Freund und ich wollten immer Siebdruck machen und dann haben wir noch drei weitere Freunde dazu geholt, jeder hat 200 Euro in den Topf geworfen und wir haben uns ein Starter-Kit bestellt.”

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Zuerst hat die Gruppe bei Jochen im Wohnzimmer Siebdruck gemacht und das Badezimmer als Dunkelkammer genutzt. „Das war aber nicht so ideal, weil man dann 4 Stunden lang nicht auf Klo gehen konnte“, erzählt mir Niko lachend. Auf einmal ertönt ein Klingelgeräusch. Ich gucke verwirrt hoch. Aber es ist nur das Bügeleisen-Gerät, das uns zu verstehen gibt, dass das T-Shirt jetzt fertig ist. Zufrieden hält Niko es hoch.

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„Der Name ist von den blue collars, den Arbeitern in Blaumännern aus England, inspiriert.“

Das Wort collar kommt aus dem Englischen und bedeutet Kragen, soviel weiß ich: „Wir haben lange überlegt und hatten zwischenzeitlich echt idiotische Ideen wie zum Beispiel Druckverband.“ Wir müssen beide sehr lachen. „Ich glaube, Feliks ist dann auf die Idee mit nocollar gekommen. In England werden Arbeiter, die Blaumänner tragen ja bluecollar genannt oder Leute, die im Büro arbeiten whitecollar – als Berufsbezeichnung. Und weil wir Shirts und keine Hemden bedrucken, war nocollar relativ passend.”

„Im Kollektiv haben alle die gleichen Rechte.“

Die Arbeit im Kollektiv ist anders als man es normalerweise kennt: „Im Kollektiv ist jede Person gleichberechtigt, hat ein Vetorecht und Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Das ist uns wichtig und anders würde es auch nicht funktionieren“, stellt Niko klar.

felix festival

„Live-Siebdruck kommt extrem gut an!“

Ursprünglich wollten die Gruppe eigentlich nur Live-Siebdruck machen: „Die Leute kommen an deinen Stand und verstehen nicht so ganz, was du da machst. Du erklärst dann zum 100.000sten Mal wie Siebdruck funktioniert und die Leute sagen ‚Ich muss das auch haben’. Man kann sich das Motiv, die Farbe und die Stelle, wo man das hinhaben möchte, aussuchen. Das finden einfach alle super. Man bekommst im Grunde etwas Neuwertiges wieder, das ist das Coole an Upcycling.“ Niko berichtet begeistert von ihren Erfahrungen. „Neulich waren wir auf der Pure Fruit Release Party. Das Ganze war als Kinderfest gestaltet. Mit Kindern ist das einfach mega lustig.“

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„Workshops sind eigentlich das, was ich am Liebsten mache.“

Niko denkt nach und kommt dann zum dem Schluss, dass sie am liebsten Workshops macht. Zusammen mit ihrer Gruppe hat sie schon Workshops beim LadyFest oder für den MädchenTreff aus Gaarden veranstaltet.

Um Geld für die Ausrüstung und Materialien zu generieren, macht das Kollektiv von Zeit zu Zeit auch Auftragsarbeiten für regionale Firmen. So wird auch gesellschaftlicher Mehrwert geschaffen: „Die Leute schätzen es, dass sie jemanden vor Ort haben, den sie direkt ansprechen können. Wir agieren lokal und so werden natürlich auch Verkehrswege eingespart.“

„Sich autodidaktisch etwas beibringen steht im Mittelpunkt.“

Den Großteil der Motive zeichnet die Gruppe selber. Auf meine Aussage hin, dass das Kunst sei, antwortet Niko, dass sie das eher als Handwerk verstehe. „Bis auf Clemens studieren wir alle etwas geisteswissenschaftliches. Der praktische Ausgleich war uns wichtig.“

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„Ich persönlich bin auf Siebdruck aufmerksam geworden, weil ich viele Comics und Graphic Novels lese”, stellt Niko fest. Passend dazu wird sie bald für zwei Monate nach Luzern fahren, um dort bei einem Comic-und Illustrations-Festival zu helfen. Wie es danach mit dem Siebdruck weitergeht, ist noch unklar. Bei mir hat die engagierte junge Dame auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich bin davon überzeugt, dass noch viele spannende Veranstaltungen auf das Kollektiv zukommen werden.

Fotos von Anne-Lena Cordts und nocollar-Siebdruck

 

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Friederike Meyn

Friederike Meyn

Ich bin 2010 für mein Politikstudium nach Kiel gekommen und irgendwie hier hängengeblieben. Nicht zuletzt durch den Nachhaltigkeits-Master engagiere ich mich in einigen Projekten und freue mich durch die Funkenzeit die Szene einmal von einer anderen Seite kennenzulernen.