„Energie gehört effizient genutzt!“

Wer an die Universität Flensburg kommt sieht sofort, Energie ist hier ein großes Thema. Von weitem wird man bereits von einem großen Windrad begrüßt, dass sich ruhig im Wind dreht und wie das Wahrzeichen dieser Uni wirkt. Hier gründete eine Gruppe Studierender Student Impact. Sie wollen im Studium erworbenes Wissen nutzen, um den Energieverbrauch in Flensburg zu reduzieren.

LED ins rechte Licht rücken

Mit ihrem Projekt wollen Piet, Tobi, Momme und Jannik,  Flensburger Unternehmen mit intensiver Beleuchtung dabei unterstützen, ihren Energieverbrauch drastisch zu reduzieren und zusätzlich auch Kosten einzusparen.

Aufgrund ihres Studiums „Regenerative Energietechnik“ haben die meisten von ihnen bereits viele Vorkenntnisse zum Thema. Eine oftmals unterschätze, aber effiziente Möglichkeit des Energiesparens entsteht durch das Ersetzen von herkömmlicher Beleuchtung durch LED Leuchten. „Vielen Leuten ist nicht bewusst, welches Potential ein Beleuchtungsaustausch bietet“, erklärt Piet. „Oft sind sie von den hohen Beschaffungskosten abgeschreckt oder denken, dass LED weniger gut beleuchtet“. Hier will das Team aufkläen, beraten und die Unternehmen überzeugen.

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Tobi erstaunt mit seinen Fakten zum Einsparungspotential. “Pro Leuchtröhre können circa 30 Watt eingespart werden. Somit ist es möglich, die Menge an Energie und Kosten pro Jahr zu halbieren.”

„Ein Parkhaus bietet immenses Einsparungspotential“

Student Impacts erster Kunde ist ein Parkhausbesitzer in Flensburg. „Als wir ihn das erste Mal kontaktierten, war er ziemlich skeptisch, doch erste Berechnungen haben ihn von unserer Idee überzeugt“, erinnert sich Piet stolz. Ich erfahre, dass sich bei einem Parkhaus die Kosten für einen Lampenwechsel bereits nach einem Jahr amortisieren können.

Das Parkhaus hat 180 Leuchtstoffröhre die nun durch LED Lampen ersetzt werden. Das Team ist momentan damit beschäftigt, verschiedene Lampenhersteller zu kontaktieren und sich Proberöhren schicken zu lassen, die sie dann testen.

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Auch wenn sie in ihrem Studium bereits zum Thema Beleuchtung viel erfahren haben, gibt es für dieses Projekt viel neues zu lernen. „Auf den ersten Blick scheint es einfach, eine energiesparendere Lampe einzusetzen, doch auf den zweiten Blick gibt es da viel zu beachten“, weiß Piet.

So müssen beispielsweise Richtlinien der Parkhäuser bezüglich der Beleuchtungsstärken der Lampen eingehalten werden. Dazu müssen die Lampen verschiedener Hersteller hinsichtlich Garantie, Lebensdauer und natürlich Kosten verglichen werden, um ein gutes Angebot für den Kunden erstellen zu können.

Die Kosten für den Austausch der Lampen muss der Kunde selbst tragen, daher unterstützt Student Impact ihre Kunden bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten. „Eine Möglichkeit ist Energiespar-Contracting. Dabei bekommen die Kunden das Geld vorgestreckt und müssen dann einen Teil der Einsparnisse abgeben“, informiert Tobi. Darüber hinaus kontaktieren sie Banken, um günstige Konditionen für Kredite zu erfragen.

s_5L3A5310Die zündende Idee

Der Anstoß für das Projekt kam durch Piets Bruder, der ein ähnliches Projekt in einem Parkhaus in Hong Kong durchführte. „Das hat mich dazu motiviert, hier auch aktiv zu werden,“ erinnert sich Piet.

Das Projekt bietet ihnen die Möglichkeit, das, durch ihr Studium erworbene Wissen praktisch anzuwenden. „Das Studium ist oftmals sehr theoretisch, es macht echt Spaß mit Kunden zu arbeiten und Berufserfahrungen zu sammeln,“ freut sich Tobi.studentimpact1

Piet wollte  immer schon einen Beitrag zur Energieeinsparung leisten. „Mit diesem Projekt kann ich endlich wirklich etwas bewirken.“

Unterstützung bei ihrer Projektidee bekam das Team von der Gründerlounge am Campus, diese hat sie bei der Konkretisierung der Ideen beraten und über den yooweedoo Ideenwettbewerb informiert, an dem sie dieses Jahr im Februar erfolgreich teilnahmen.

Besonders dankbar sind sie dem Klimaschutzmanager auf dem Campus, der ihnen immer bei Fragen zur Verfügung steht und sie durch den Verleih von Messgeräten und der Weitergabe von wichtigen Kontakten zu Herstellern unterstützt.

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„Einsparen ist genau so wichtig wie Nutzung von regenerativer Energie“

Für die Zukunft hat das Team schon viele Pläne. Ihr jetziger Kunde hat noch ein zweites Parkhaus, dass das Team demnächst mit neuen Lampen ausstatten möchte.

Nach ihrem ersten erfolgreich abgeschlossenen Projekt wollen sie sich beim Klimapakt Flensburg vorstellen, um bei der Erreichung des Klimaziels der Stadt Flensburg, nämlich bis 2050 C02 neutral zu sein, mit ihren Ideen zur Energieeinsparung mitzuwirken.

Das Team hofft bald weitere Mitglieder zu bekommen, um das Projekt weiterführen zu können, falls einige nach dem Studium wegziehen sollten. Zum andere aber auch, um zukünftig in weiteren Bereichen wie Photovoltaik und Wärmeisolierung aktiv zu werden, um noch mehr Energie einzusparen. Viele weitere Studierende können hier die Möglichkeit bekommen, ihr theoretisches Wissen für praktische Nachhaltigkeit zu nutzen.

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Fotos von Akihiro Yasui

Irina Bartmann

Irina Bartmann

Um meinen Master in "Sustainability, Society and the Environment" an der Uni Kiel zu machen, habe ich Bergluft gegen Ostseebrise getauscht. Seit 2016 bin ich Projektmitarbeiterin bei yooweedoo. Ich bin begeistert von den vielen inspirierenden Projekten und Start-Ups die ich bei meinen Interviews kennenlerne.