fablab.sh – Werkzeuge für Deine Ideen

Vom Hobbytüftler bis zum Jungunternehmer, im fablab.sh kann jedermann seine Ideen verwirklichen. Maschinen, die sonst in Industriewerkstätten zu finden sind, reihen sich hier aneinander. Neben 3D-Drucker, Lasercutter und Industrienähmaschine liegen erste Prototypen unterschiedlichster Produkte wie Schlüsselanhänger, Fingerringe und Firmenschilder.

FZ_Fablab_Raum

Interdisziplinäres Arbeiten

Die Motivation der Nutzer ist unterschiedlich. Røstprinzessin entwirft eine Speisekarte für ihre veganen Grillprodukte, Bands bauen Hülsen für ihre Demotapes und ein älterer Herr bastelt ein Puppenhaus für seine Enkelin. „Hier ist keine Altersgruppe besonders stark vertreten“, berichtet Florian, einer der beiden Gründer des fablab.sh. „Unser Ziel ist es, dass Leute aus unterschiedlichen Bereichen zusammen kommen und sich gegenseitig helfen.” Florian und Volker geben Hilfestellung bei der Bedienung der Maschinen. Außerdem entwickeln sie derzeit ein Kursangebot, das den Nutzern dabei helfen soll, die Maschinen auch ohne Hilfestellung zu bedienen.

FZ_Fablab_Hände

„Unser Motto ist machen und nicht quasseln!“

Das Konzept „fablab“ kommt aus den USA und bedeutet fabrication laboratory oder eben Fabrikationslabor. „Ich habe mich im Maschinenbaustudium mit dem Konzept beschäftigt und selbst viel gebastelt.“ Florian suchte nach einer hochschulunabhängigen Werkstatt, aber konnte in in Kiel keine finden. Über das Wissenschaftszentrum hat er den Kontakt zu Volker vermittelt bekommen. Volker ist Industriedesigner, arbeitete 20 Jahre lang für VW und suchte ebenfalls vergebens nach einem fablab in Kiel. Mit Unterstützung vom Wissenschaftspark, dem Wissenschaftszentrum und opencampus.sh haben die beiden „einfach mal angefangen“ und das fablab.sh gegründet. Die Hightech-Werkstatt ist nun ihre Haupttätigkeit. Nicht nur die Hilfestellung während der Öffnungszeiten gehören zu den Aufgaben. Fehlende Maschinen müssen beschafft und Strukturen und Kursangebote aufgebaut werden.

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„Ich beschäftige mich gerne mit Menschen und Technologie.“

Florian erklärt, was ihn an der Arbeit fasziniert. „Wir sind nicht weisungsbefugt, haben viele Entscheidungsfreiheiten und können den Raum so gestalten und weiterentwickeln wie wir möchten.“ Immer wieder kommen neue Herausforderungen auf die Gründer zu. An eine erinnert sich Florian ganz besonders: „Wir haben zur Eröffnung am 15. Januar 2016 mit 30 Leuten gerechnet, dann waren es 130 inklusive des Staatssekretärs.“ Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren und haben sich ausgezahlt. NDR und KN berichteten über das fablab. „Davon zehren wir immer noch.”

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Nutzer erfahren von dem Angebot nicht nur über den Presserummel, sondern über Mund-zu-Mund Propaganda und über die Facebook Seite. Dort posten die beiden auch jede Menge Fotos von Produkten, die im fablab entstanden sind. Florian zeigt stolz Fotos seiner eigenen Bauprojekte auf dem Smartphone. Auch im Regal stehen seine selbstentworfenen Lampen in Betonfassung und die „Schaumette“, ein von Volker entwickelter Milchaufschäumer. „Ideen bekomme ich beim Machen.“ Deshalb rät Florian jedem, „einfach ohne Anmeldung ins fablab reinschneien und loslegen, der Rest ergibt sich von selbst“.

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Nach dem „Pay-as-you-go-Prinzip“ zahlen die Leute für die Nutzung der Maschinen pro Minute. Für regelmäßige Bastler gibt es Flatrate Angebote.

Für Kiel als Wirtschaftsstandort ist das fablab ein bereicherndes Angebot. Frische Ideen werden hier von Anfang an beflügelt. Wir können gespannt sein, was für Produkte und Synergien sich daraus entwickeln.

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Fotos von Akihiro Yasui

Teresa Inclan

Teresa Inclan

2014 bin ich für den Master „Sustainability, Society and the Environment“ nach Kiel gezogen und geblieben. Ich bin begeistert davon, wie viel sich hier tut und bewegt. All die kleinen Projekte und Initiativen machen Kiel für mich zu einer total spannenden und besonderen Stadt.