Faire Online-Einkäufe für Nonprofits

„Gemeinnützige Organisationen müssen oftmals viel Zeit dafür aufwenden, gute Einkaufskonditionen bei Unternehmen zu verhandeln“, erklärt Benedikt. Besonders kleinere Vereine und Initiativen kommen zu kurz, da ihre Nachfrage geringer ist oder sie kein professionelles Einkaufsteam haben. Seinem Partner Mario ist diese Unstimmigkeit ebenfalls aufgefallen. „Warum kann nicht eine Person Preisnachlässe verhandeln, die dann jeder nutzen kann?“, dachte er. So entstand die Idee von ekoneo, einer Online-Plattform, auf der gemeinnützige Organisationen günstiger und preisbewusst einkaufen können.

 

„Einmal verhandelt, tausendfach nutzbar“

Die Online-Plattform ekoneo ist für alle gemeinnützigen Organisationen kostenlos nutzbar. Nachdem die Gemeinnützigkeit nachgewiesen wurde, kann ein ekoneo Account angelegt und alle Vergünstigungen und Angebote können genutzt werden.

„Wir versuchen, eine möglichst breite Palette von Produkten und Dienstleistungen anzubieten, um die alltäglichen Bedürfnisse der unterschiedlichen Organisationen und Vereine abzudecken“, erklärt Benedikt.

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Dabei haben die beiden auch ethische Ansprüche. „Es gehört zu unseren Wertvorstellungen, dass nachhaltiges Wirtschaften gefördert werden soll“, beteuert der ekoneo Gründer. So finden sich diverse Ökostrom-Anbieter, Carsharing-Plattformen und Ökodruckereien im Sortiment. In manchen Bereichen ist es schwer oder beinahe unmöglich, diese Ansprüche zu erfüllen, beispielsweise bei Tankkarten. „Dann versuchen wir die beste Alternative zu finden und anzubieten“, erklärt Benedikt.

ekoneo unterstützt Non-Profit Organisationen dabei Geld und Zeit zu sparen, wenn es um die Beschaffung alltäglicher Dinge geht. „Somit können sich diese mehr auf ihre gemeinnützigen Zwecke fokussieren“, sagt Benedikt überzeugt.

Nicht nur für gemeinnützige Organisationen ist die Nutzung dieses Angebots vorteilhaft. Auch für profitorientierte Unternehmen ist es lohnenswert, Produkte bei ekoneo anzubieten. „Unternehmen wollen sich oftmals gesellschaftlich engagieren, doch manchmal wissen sie nicht wie,“ sagt Benedikt. „Über ekoneo können sie gemeinnützige Organisationen mit günstigeren Konditionen ihrer eigenen Produkten und Dienstleistungen unterstützen“, bekräftigt er. „So entsteht eine Win-Win Situation.“

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„Wir wussten: Es wird hart, aber es lohnt sich“

Die beiden Gründer kennen sich schon seit der Schulzeit. Doch dann verschlug sie das Bachelorstudium in unterschiedliche Ecken Deutschlands, Frankfurt/Oder und Passau. Zum Masterstudium trafen die beiden in Berlin wieder aufeinander. Mario studierte dort Nonprofit Management, Benedikt Bildungswissenschaften. Zusätzlich machte Benedikt eine Ausbildung im Bereich Coaching und Mediation und engagierte sich in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen unter anderem bei Rock your Life! und Teach First. Diese einschlägigen Erfahrungen und das relevante Know-how im nonprofit Bereich, waren der Auslöser für ihre Idee und sie beschlossen, sich nach dem Studium selbstständig zu machen. „Das war für uns genau der richtige Zeitpunkt, etwas zu gründen“, erinnert sich Benedikt. Mit ekoneo wurden die beiden zu Sozialunternehmern. „Das bedeutet, dass unsere Gewinne zu 100 Prozent an gemeinnützige Organisationen und Projekte zurückgehen,“ erläutert er.

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Mehr als zweieinhalb Jahre bastelten Benedikt und Mario an ihrer Idee. Sie betrieben Marktforschung, besuchten Workshops, holten sich Ratschläge in Gründungszentren und nahmen an Wettbewerben teil, unter anderen auch am yooweedoo Ideenwettbewerb 2016. „Der Wettbewerb war für uns etwas ganz Besonderes, denn im Gegensatz zu anderen Bewerbungen muss man sich hier nicht strikt in eine Kategorie einordnen lassen“, erinnert sich Benedikt.

Er erzählt von den Hürden, denen das Team begegnete. „Wir hätten uns gerne mehr mit anderen ausgetauscht, statt alleine zuhause am PC zu sitzen,“ sagt Benedikt, „denn Netzwerken und Austausch ist für die Ideenweiterentwicklung unglaublich wichtig.“ Doch leider besaßen sie damals nicht genügend Geld, um sich einen Arbeitsplatz in einem Co-Working Space zu leisten. Dazu kam, dass ihre Idee so neu war, dass sie nicht von ähnlichen Projekten lernen konnten. Trotzdem waren die beiden immer guter Dinge, denn „wir können uns immer total aufeinander verlassen und richtig gut zusammenarbeiten.” Außerdem sind sie von ihrer Idee überzeugt und besitzen einen gesunden Optimismus. „Wir waren uns immer bewusst, dass auch, wenn das Projekt scheitern sollte, wir hier wahnsinnig viel lernen und von unseren Erfahrungen profitieren.“

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Die viele Mühe hat sich gelohnt, denn seit zwei Monaten ist die Website ekoneo online. Das große Shoppen für den guten Zweck kann losgehen!

Fotos von Felix Wenning und ekoneo

 

Irina Bartmann

Irina Bartmann

Um meinen Master in "Sustainability, Society and the Environment" an der Uni Kiel zu machen, habe ich Bergluft gegen Ostseebrise getauscht. Seit 2016 bin ich Projektmitarbeiterin bei yooweedoo. Ich bin begeistert von den vielen inspirierenden Projekten und Start-Ups die ich bei meinen Interviews kennenlerne.