Good bye Dixi-Klo!

Jan kommt abgehetzt auf dem Parkplatz der alten Kunsthochschule an. “Das blöde Fahrrad wollte mal wieder nicht!” schnauft er. Dazu ist es draußen diesig, grau und der Himmel fällt einem quasi auf den Kopf. Wir gehen in den großen Werkstattraum. 

 

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In der Halle stehen Sofas unter einem Bambus Dome und eine Bar bestückt mit Viva con Agua-Wasser, Bier und Klobürsten.
“Gebaut wird hier gerade nicht. Viel mehr machen wir Veranstaltungen gemeinsam mit anderen Projekten”, klärt uns Jan auf. Die Festivalsaison startet erst wieder im Sommer. Dann wird die Halle komplett mit Komposttoiletten gefüllt sein.

 

Goldeimer

 

Jan führt uns zu einer Gruppe Sofas. Zu Beginn stellt er klar: “Ich bin aber nicht der große Sprücheklopfer! Falls ihr so jemanden braucht, bin ich der Falsche.“ Entspannt sachlich, mit einer freundlichen und ehrlichen Art erzählt uns Jan, wie sein Projekt Goldeimer den Toilettengang salonfähig macht.

 

Komposttoiletten auf Musikfestivals

 

Goldeimer entstand 2013 nach der erfolgreichen Teilnahme am yooweedoo Wettbewerb. Jan Lange ist einer von fünf Gründungsmitgliedern. Das Projekt ist mittlerweile eine gemeinnützige GmbH, die Komposttoiletten auf Musikfestivals anbietet. Eine chemiefreie Alternative zum klassischen Dixi-Klo.
“Am Ende bleibt bei uns nur Humus. Der Wasserkreislauf wird nicht belastet und auf dem Humus können sogar noch Pflanzen wachsen”, informiert uns Jan.

 

Goldeimer

 

Nur warum eigentlich Komposttoiletten? Die Antwort kommt prompt: “Malte hat seine Bachelorarbeit über Komposttoiletten geschrieben. Hannes, Jojo und mich hat er dann einfach mitgerissen!”

 

Startkapital vom yooweedoo Ideenwettbewerb

 

Die Jungs haben schon an verschiedenen Projekten gemeinsam gearbeitet, sich aber vor Goldeimer nie getraut ein eigenes umzusetzen. Das finanzielle Risiko war als Student immer zu groß. Den Stein ins Rollen gebracht hat der Gewinn von Startkapital beim yooweedoo Ideenwettbewerb.
“Ein befreundeter Architekt hat für uns dann die Klos gezeichnet und von der Muthesius haben wir die Werkstatt bekommen. Seit dem sind echt viele Stunden in das Projekt geflossen. Jede hat sich gelohnt!” erzählt Jan begeistert von den Anfängen.

 

Projekt neben dem Studium

 

Das Team hat flache Hierarchien und die Aufgaben- und Rollenverteilung ist flexibel. Ganz wichtig ist für alle, sich mal mehr und mal weniger einzubringen. Anders ist ein Engagement neben dem Studium nicht möglich. Gerade nimmt sich Jan etwas zurück. Durch sein Masterstudium in “Sustainability, Society and the Environment“ muss er immer abwiegen, wie viel Zeit er in sein freiwilliges Engagement und wie viel er in die Uni steckt.

 

Jan Lange

 

Doch dadurch hat Jan auch etwas für ihn sehr Wichtiges gelernt: Die Fähigkeit Abstand von seinen eigenen Vorstellungen zu nehmen. Also entspannt bleiben, auch wenn Entscheidungen ohne ihn getroffen werden. “Man muss erst lernen, den Anderen das Vertrauen zu schenken, immer das Beste für das Projekt zu wollen.”

Der Teamspirit wird aktiv gelebt. Durch Offenheit, Flexibilität und ganz viel Spaß an der Sache ist die Gruppe stark gewachsen. Teammitglieder sind mittlerweile über ganz Deutschland verstreut. Die Möglichkeiten sich bei Goldeimer zu engagieren sind vielfältig. Manche kommen nur mit auf die Festivals, wobei andere nur am Bau der Toiletten interessiert sind und für Festival so gar nichts übrig haben.

 

„Goldeimer ist unser Baby! Wir haben das Projekt selber aufgebaut.“

 

Jan ist Wiederholungstäter. Bei Viva con Agua hat er zum ersten Mal bemerkt, wie viel Spaß es macht im Team gesellschaftliche Probleme anzugehen. Viva con Agua ist immer noch Kooperationspartner. Jan hat aber aufgehört für die Initiative zu arbeiten. Er wollte Platz machen für nachrückende Teammitglieder, die sich nun bei Viva con Agua engagieren.
“Irgendwann ganz bei Goldeimer aufhören? Nein, irgendwie werde ich Goldeimer immer begleiten!” Die emotionale Bindung ist im Vergleich zu Viva con Agua viel höher, da es sein eigenes Projekt ist, welches er mit gegründet hat.

 

Goldeimer

 

“Na klar ist es manchmal auch anstrengend! Lange Zeit am Stück im Zelt auf Festivals wohnen und für besoffene Festivalbesucher Klos putzen, macht nicht immer Spaß.” Neue Motivation gibt’s dann wieder vom Team. Gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, das Projekt voranbringen und dabei ohne Ende Spaß haben. Dann ist alles Negative schnell wieder vergessen. Auch die Bands, die eigentlichen Highlights auf den Festivals, treten dann für die Jungs in den Hintergrund.

 

Good bye Dixi-Klo!

 

“Meine Vision ist kleinere Festivals komplett mit unseren Toiletten zu versorgen!” Die Komposttoiletten sollen die bekannten Dixi-Klos von den Veranstaltungen verdrängen. Langfristig würde Jan ihre Komposttoiletten gerne in Entwicklungsländern einsetzen. An Orten ohne Kanalisation oder fließend Wasser kann eine Komposttoilette die ideale Lösung sein. Viva con Agua hat mit seinen Partnern schon wertvolle Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Initiative scheint das Ziel näher zu rücken.

 

Goldeimer

 

 

Am Ende hat Jan es geschafft. Er hat uns überzeugt. Komposttoiletten sind plötzlich cool. Das Thema hat nichts Komisches oder Ekliges mehr. Die Diskussion um eine nachhaltige Entsorgung unserer Ausscheidungen trägt Goldeimer erfolgreich in die Öffentlichkeit. Die Lösung, die sie auf Festivals anbieten, überzeugt. Nicht nur uns!

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