Loppokaffeeexpress – guter Kaffee kommt auf Rädern

Eigentlich wollten wir gar nicht so groß werden sondern einfach nur guten Kaffee machen, bekennt Axel. Er hat zusammen mit Kira den Loppokaffeeexpress gegründet. Der gute Kaffee ist ihnen gelungen, vielleicht sogar der beste der Stadt.

Manche Wochemarktbesucher kennen Axel vom Sehen. Samstags und mittwochs steht sein Kaffeefahrrad auf dem Exerzierplatz, montags und donnerstags auf dem Blücher. Davor reiht sich eine Schlange an wartenden Leuten. Ungefähr 500 Kaffeebecher werden an einem Marktmorgen über die Fahrradstange gereicht.

FZ_Loppo_lachend

Angefangen hat die Geschichte vom mobilen Kaffeefahrrad im kleineren Stil. Damals stand Axel noch mit einem gebrauchten Rad vor einem Kieler Supermarkt.

Sechs Anläufe bis zum Wochenmarkt

Ich wollte mich schon immer mit Kaffee befassen, erzählt Axel, wenn man ihn nach dem Ursprung von Loppokaffeeexpress fragt. Während der Schulzeit arbeitete er in einem Café, und „das hat die Neugier entfacht. Auf ein Studium hatte er keine Lust. Deshalb machte er nach dem Zivildienst zusammen mit Kira ein altes Fahrrad und eine Espressomaschine fit. Damals haben wir im neuen Rathaus nach einer Genehmigung für den Wochenmarkt gefragt und sechs Mal eine Ablehnung bekommen, erinnert Axel sich, doch wir waren stur und haben immer wieder nachgefragt”.

FZ_Loppo_Maschine

„Ich hatte nie Angst oder das Gefühl, dass es zu viel wird

Dann kam die Genehmigung. Loppo vergrößerte sich Schritt für Schritt. Von Anfang an haben Kira und Axel ihren Kaffee selbst geröstet. Mittlerweile betreiben sie ein Café im Grasweg. Freunde aus Hamburg haben Kaffee direkt importiert, wir sind auf den Zug mit aufgestiegen”. Axel erklärt seine Qualitätsansprüche, die für die Auswahl von Partnern wichtig sind: Der Geschmack ist das Hauptkriterium, aber uns ist auch wichtig, wo das Geld hingeht. Dazu besuchten sie einige Partner direkt vor Ort.

FZ_Loppo_Cafe von oben

„Ich glaube, wenn man eine Sache sehr gerne macht, bekommt man einen Tunnelblick

Das Wissen haben sich Kira und Axel selbst angeeignet. Wir haben ganz viel ausprobiert, gelesen und uns mit Freunden aus der Kaffeeszene ausgetauscht, berichtet Axel. Der Eigengeschmack des Kaffees liegt zwar in der Bohne, aber die Röstung beeinflusst den Geschmack. Die besondere Loppo-Note kommt durch die Röstung. Die meisten Leute rösten den Kaffee sehr dunkel und übertönen so den Geschmack, erklärt Axel, wir rösten hell, aber so, dass er geschmacklich gut entwickelt ist”.

Axel Lieblingskaffee kommt aus Kenia. Am liebsten trinkt er ihn schwarz und leicht abgekühlt. Kenianischer Kaffee ist sehr komplex, süß und fruchtig, beschreibt Axel das Getränk im Glaskolben, er erinnert an Früchtetee oder Johannisbeerschorle. Wie beim Wein hat auch Kaffee ein passendes Vokabular, um den Geschmack in Worte zu fassen.

FZ_Loppo_Kaffee

Mittlerweile besteht das Loppo-Team aus 14 Personen. Die meisten davon sind Stammkunden. Neben der Kaffeeleidenschaft sind Axel die Einstellung der Mitarbeiter und ihre herzliche Art wichtig. Vielleicht spielt auch die Liebe zum Fahrrad eine Rolle, denn das Team fährt als feste Rennradgruppe regelmäßig Touren.

Die Faszination für Kaffee bleibt auch nach der Arbeit bestehen. Zu Hause trinkt Axel den Wachmacher nach wie vor gerne. Doch nach drei bis vier Tassen am Tag ist Schluss, manchmal kann ich abends sonst nicht einschlafen. Wer lernen will, wie der Trunk zu Hause richtig lecker schmeckt, für den bietet Loppo Schulungen an. Schon kleine Parameter wie die Temperatur des Wassers sind wichtig, erklärt Axel, denn man kann die besten Bohnen haben, aber wenn der Kaffee nicht richtig zubereitet ist, dann schmeckt er auch nicht“.

FZ_Loppo_frischer Kaffee

„Auf eine super große Nummer haben wir menschlich nicht so Lust

Große Zukunftspläne schmiedet das Team vom Loppo nicht. Wir machen uns nie Gedanken, was in der Zukunft kommt, sagt Axel mit Leichtigkeit, aber wir wollen nicht stehen bleiben sondern immer einen Schritt weiter nach vorne gehen und ganz viele Sachen ausprobieren. Neues auszuprobieren, eine Abwechslung zu haben und Leuten etwas über Kaffee zu erzählen, das sind die drei Dinge, die ihm an der Arbeit am meisten Spaß machen.

 

Fotos von Akihiro Yasui

 

Teresa Inclan

Teresa Inclan

2014 bin ich für den Master „Sustainability, Society and the Environment“ nach Kiel gezogen und geblieben. Ich bin begeistert davon, wie viel sich hier tut und bewegt. All die kleinen Projekte und Initiativen machen Kiel für mich zu einer total spannenden und besonderen Stadt.