Über den Tellerrand…

„Woran scheitert Entwicklungszusammenarbeit?“ – dieser provozierende Titel führte mich im Dezember zu einem interessanten und kritischen Vortrag an der Uni.
Die Veranstalter: Weitblick Kiel – eine Gruppe engagierter Studierender, aus unterschiedlichsten Fachrichtungen, die sich für „Bildungschancen weltweit“ einsetzen.

Wir wollen mehr über deren Engagement erfahren und treffen uns mit Max Köster, dem ersten Vorsitzenden der Studieninitiative.

Der Seminarraum der Universität, in dem sich das Team jeden Montag Abend trifft, ist tagsüber besetzt – zum Glück finden wir auf dem von Studenten wuselnden Campus einen freien Tisch in der alten Mensa und machen es uns dort so gemütlich wie möglich.

 

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Aktiv etwas verändern

 

Seit 2013 ist Max, neben seinem Volkswirtschaftsstudium, bei Weitblick Kiel aktiv und gehört zu den „alten Hasen“ der Gruppe.

Für bildungspolitische Themen, besonders in Afrika, brennt Max schon länger. An den Auslöser dafür erinnert er sich noch genau: Seine ältere Schwester ging nach Burundi um einen Freiwilligendienst zu absolvieren, als er in der 9. Klasse war. „Ihre Berichte hörten sich schlimm an für mich.“

Für ihn war sofort klar, selbst aktiv zu werden! Er organisierte Spendensammelaktionen an seiner Schule. 2012 ging er selbst nach Tansania um vor Ort zu helfen. Mit vielen Ideen und hochmotiviert kam er nach Kiel und suchte nach Möglichkeiten sich zu engagieren. „Da fand ich Weitblick – eine super Gruppe die mich sofort nett aufnahm.“

 

Kiel trifft Benin

 

Weitblick will mit Projekten und Aktionen zur Verbesserung der Bildungssituation in Benin beitragen, aber auch in ihrem eigenen Umfeld positiv wirken.

Max gibt uns Einblicke in aktuelle Projekte.

 

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„Uni baut Uni“ – Weitblick Kiel und vier weitere deutsche Weitblick-Städte unterstützen den Aufbau und die Ausstattung einer Uni in Benin. Gelder für die Finanzierung werden mit unterschiedlichen Aktionen gesammelt: Kuchen- und Punschverkauf, Spendenläufe, Vorträge.

Es soll jedoch nicht bei einem reinen Geldtransfer bleiben, betont Max.

Ihr großer Wunsch ist, beninischen Studierenden ein Auslandssemester an der Uni Kiel zu ermöglichen.

„Es ist ziemlich schwierig zu organisieren“, sagt Max, „besonders wegen der Vorlesungsanrechnungen – Wir sind jedoch zuversichtlich und bemüht verschiedene Institute der Universität für unsere Idee zu gewinnen.“

Nicht nur Bildung in der Ferne, sondern auch hier in Kiel ist ihnen wichtig.

„Förder-Förde“- hier unterstützen sie SchülerInnen des AWO Kinderhauses in Russee wöchentlich bei ihren Hausaufgaben.

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Das Team informiert zudem mit Vorträgen und Workshops über aktuelle bildungspolitische Themen: Flüchtlingspolitik, Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltigen Konsum – kritisches Denken soll angeregt werden!

 

Noch weiter blicken

 

Max will „dazu ermutigen über den Tellerrand hinauszuschauen und sich mit verschiedensten Themen auseinanderzusetzen.“

 

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Ständig wird er bei seinem Engagement mit neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert.

Das Planen von Workshops, Sponsoring oder der Umgang mit unterschiedlichen Charakteren sind wertvolle Lernerfahrungen.

Auf die Frage, ob ihm das Studium für sein Engagement bei Weitblick hilft, muss Max nicht lange überlegen und lacht: „Die Initiative hilft mir eher für mein VWL-Studium: In meinen Augen, bekommen wir eher konservative Modelle und Ansichten vermittelt. Bei den Weitblickern sind sehr viele kritische Leute dabei, die sich mit Nachhaltigkeit und Postwachstum beschäftigen – dadurch bekomme ich die Möglichkeit über das was ich im Studium lerne, hinaus zu denken.“

 

Spaß und Engagement verbinden

 

Es gibt 70 Kieler Weitblicker, davon engagieren sich 20-30 regelmäßig bei Treffen und Aktionen. „Wir sind ein Kernteam, das schon länger dabei ist, ansonsten verändert sich die Gruppe aber auch öfter, da viele Studenten ja nur begrenzte Zeit hier sind.“

Besonders in diesem Jahr ist die Initiative stark gewachsen, erzählt uns Max erfreut.

„Jeder der Lust hat sich zu engagieren ist bei uns willkommen – wir können alle viel voneinander lernen und Erfahrungen austauschen.“

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Die wöchentlichen Treffen sind locker, die Hierarchie sehr flach – der fünfköpfige Vorstand ist besonders „für Verwaltungskram“ da.

Max leitet die wöchentlichen Treffen und versucht den Überblick über unterschiedliche Aktionen und To-Do’s zu bewahren. Seine gewissenhafte, zielstrebige und wohlwollende Art sind ideal geeignet für diese Position.

„Es soll jedoch keiner denken: da oben sitzt der Boss“, das ist Max sehr wichtig.

Es geht ihm um die Freude an der Sache: „Bei uns wird keiner zu Aufgaben gezwungen, jeder macht worauf er Lust hat und kann seine Interessen, Ideen und Fähigkeiten einbringen, Spaß haben und sich dabei noch gesellschaftlich engagieren.
Wir machen das schließlich alle freiwillig.“

 

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Irina Bartmann

Irina Bartmann

Um meinen Master in "Sustainability, Society and the Environment" an der Uni Kiel zu machen, habe ich Bergluft gegen Ostseebrise getauscht. Seit 2016 bin ich Projektmitarbeiterin bei yooweedoo. Ich bin begeistert von den vielen inspirierenden Projekten und Start-Ups die ich bei meinen Interviews kennenlerne.