Was geht? Fairnetz informiert über nachhaltige Events in Kiel

Projekte der Kieler Nachhaltigkeitsszene untereinander zu vernetzen sowie für alle Interessierten leichter zugänglich zu machen – das ist die Vision von Fairnetz Kiel. Seit 2016 haben die Gründerinnen und Gründer von Fairnetz nicht nur gelernt, wie sie die Vision durch Fairnetzungstreffen und einen monatlichen Fairanstaltungskalender in die Tat umsetzen. Sie haben ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt mutig zu sein und anderen Menschen von ihrer Idee zu erzählen, da so ungeahnte Möglichkeiten entstehen.

Im ersten Jahr bauten sie als Projekt Selbstvertrauen auf

„Wir dachten zuerst, dass wir selber keine innovative Idee haben, wir wollten einfach nur andere Projekte unterstützen“, erzählt Julian Sonntag. Durch eine Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Muddi Markt und der Initiative Transition Town entstand eine Fibel für nachhaltigeren Konsum in Kiel. Durch das positive Feedback der Kooperationspartner wurde das Team von Fairnetz in ihrer Idee bestärkt und konnte so selbstbewusster von ihrem Vorhaben erzählen, berichtet Sinje Grenzdörffer. Auch zur Fibel bekamen alle Kooperationspartner viel positives Feedback.

An den themenbezogenen Fairnetzungstreffen nehmen durchschnittlich 20 interessierte Personen teil. Zuletzt wurde zum Thema „Autofreie Innenstadt“ eingeladen und es kam auch ein Experte der Stadt zur offenen Diskussionsrunde. „Von Schülerinnen und Schülern bis Rentnerinnen und Rentnern sind alle Altersklassen vertreten“, erzählt Sinje.

Der Fairanstaltungskalender enthielt im ersten Monat circa 35 Events, doch inzwischen sind bis zu 170 Veranstaltungen für einen Monat aufgelistet. Außerdem kommen jetzt regelmäßig Initiativen auf Fairnetz zu und fragen, ob ihr Event aufgeführt werden kann. Trotzdem sichtet das Team jeden Monat 50 bis 60 Quellen, um nachzuschauen, welche nachhaltigen Veranstaltungen Kiel zu bieten hat.

Motiviert und engagiert in die Zukunft

Das alles ist eine Menge Arbeit. Jede*r aus dem Team engagiert sich im Durchschnitt acht bis zehn Stunden pro Woche ehrenamtlich für das Projekt. Fairnetz wurde im Rahmen des Masterstudiengangs „Sustainability, Society and the Environment“ von fünf Studierenden gegründet, mittlerweile ist das Team zu sechst. Da das Team auch in Zukunft für eine bessere Vernetzung der Nachhaltigkeitsszene in Kiel sorgen will, suchen sie gerade nach neuen Interessierten, die Lust haben mitzumachen. „Wir freuen uns total über Unterstützung“, sagt Sinje.

Tipps für neue Projekte

Julian berichtet, dass das Team gelernt hat „erstmal einen Prototypen zu testen, bevor man viel Zeit investiert.“ Sie wollten ihre Website zuerst im Superhelden-Design umsetzen und hatten viel Arbeit in die Entwicklung investiert. Anschließend bekamen sie das Feedback, dass ein schlichteres Design besser zu Fairnetz passen würde und haben alle Entwürfe verworfen. Daher raten sie neuen Projekten, sich sofort Rückmeldungen einzuholen und erst danach in die detaillierte Ausarbeitung zu starten.

„Einfach machen klingt platt, hat uns jedoch weiter gebracht.“ (Julian)

Durch ihren Mut, anderen Menschen von ihrer Idee zu erzählen, hatten sie irgendwann auch einen Termin bei der Stadt. Dort, sagt Julian, „haben wir einfach mal erzählt, was wir gerade machen und was wir gebrauchen können.“ Ihnen wurden 500 Jutebeutel geschenkt und sie haben den Termin unerwartet voll bepackt wieder verlassen. Rückblickend sagen sie, dass sie es nicht für möglich gehalten haben, dass vieles Realität wird, nur weil man anderen davon erzählt. Sie möchten daher alle neuen Projekte dazu ermutigen, sich aktiv zu vernetzen und allen Menschen von ihren Ideen zu berichten, denn dadurch können sich Türen öffnen, die man vorher nicht einmal erahnt hat.

Fotos von Fairnetz

Jacqueline Knopp

Jacqueline Knopp

Seit 2016 wohne ich in Kiel und fühle mich hier inzwischen zu Hause. Ich freue mich tolle, nachhaltige Projekte vorzustellen, von denen jede*r - auch über die Region hinaus - gehört haben sollte.