Yooweedoo macht Schule

Für uns gibt’s heute Waffeln, Gespräche über Müllvermeidung, Spenden für Geflüchtete und weniger Plastikbeutel bei unserem Einkauf. All das sind Projektideen von Schüler*innen der Stadtteilschule Rissen

„Rissen nach vorne bringen!“

Funkenzeit zu Besuch bei der 11a, in Hamburg Rissen. Die Stadtteilschule Rissen hat sich in diesem Jahr zum ersten Mal mit yooweedoo zusammen getan. Während der Projektwoche der Stufe 11 entstand die Grundidee für die Schülerprojekte, die während des Schuljahres weitergeführt wurden. Knapp ein 3/4 Jahr später treffen wir heute vier dieser Teams. „Wir haben uns Themen ausgesucht, die uns interessieren – damit wir uns auch richtig reinhängen“. Und dabei „ging es hauptsächlich darum, wie wir Rissen nach vorne bringen können“. Denn, „yooweedoo möchte ja auch etwas verändern – und wir machen das am besten vor Ort“.

Müllex: Inga, Thomas, Niclas und Leon reduzieren Müll am Elbufer

FZ_Rissen_Graffiti

„Uns geht es vor allem um eine saubere Elbe“. Drittklässler und Viertklässler bekommen von Müllex auf Ausflügen und bei Workshops gezeigt, warum Müll besser nicht im Fluss landet. „Wir haben uns einfach mit der Umwelt beschäftigt. Und es ist jetzt so, dass wir selber weniger verschmutzen“. Gesponsert wird das Team von Nielsen Construction, die Handschuhe und Müllzangen stellen. „Wir hoffen, dass die Kinder das so weiterführen und weitergeben“, sagt Niclas. Er fügt hinzu: „Wir wissen ja alle, dass Müllverschmutzung problematisch ist“. „Die kleinen Kinder freuen sich da noch drauf, die Älteren nicht“, erklären die Jungs. Der Rest der Klasse lacht. „Wir haben alle die Elbe verschmutzt“, wird uns erzählt. Denn in Rissen, da geht man einfach mal runter und grillt. Viele lassen danach alles stehen und liegen. Deshalb haben sie sich auf jüngere Kinder fokussiert. „Wieso, weshalb,warum“, wird erklärt, sagt Niclas  „Sesamstraße“, setzt er hinzu. Vier Mal sind sie bereits auf Tour gegangen. „Einmal standen wir da sogar 45 Minuten, weil die Kinder so Bock hatten aufs Müllsammeln“, erzählen die Jungs. Die Freude am Projekt hat sicherlich dazu beigetragen, dass Müllex beim Ideenwettbewerb den yooweedoo Publikumspreis gewonnen hat (hier sehr ihr das Bewerbungsvideo). „Wir haben da einfach mitgemacht und das alles mit Humor genommen“, sagt Niclas grinsend. Und vom Preisgeld gab es Müllex-Pullis, die das Team stolz trägt. Wie geht’s mit Müllex weiter? „Wir machen das normalerweise in unserer Schulzeit – aber die können wir nächstes Semester nicht opfern“, denn dann geht es an die Abiturvorbereitung. Lisa Ponath, die Klassenlehrerin, will das Projekt weitergeben an die nächste 11, die an yooweedoo teilnehmen wird.

FZ_Rissen_Müllex-Poster

Helpboxes: Sophie, Isabelle, Nuria und Caroline helfen Geflüchteten

Weihnachten stand vor der Tür und Helpboxes wollte „einfach mal was Gutes geben“. Dafür wurden Eltern der Schüler*innen angeschrieben und um Spenden gebeten, die an Flüchtlingsheime in Rissen und andere Hamburger Stadtteile gehen sollen. Hauptsächlich kamen Kuscheltiere und Spiele zusammen, die teilweise auch heute das Klassenzimmer verzieren.

„Wir hatten ein paar Startschwierigkeiten“, sagt Nuria. Eigentlich sollten sie Schuhkartons bekommen, dann gab es die doch nicht. Erschwerend kam hinzu, dass die Schüler*innen nicht direkt mit Geflüchteten in Kontakt treten sollten. Nuria findet es schade, dass es so schwer ist sich einzubringen. Als Jugendleiterin hätte sie gerne mehr gemacht: „Es ist natürlich eine besondere Situation – aber wenn man sagt, dass man da bei sein möchte…“.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nach Weihnachten war Helpboxes dann auch vorbei – dabei waren noch viele Spenden übrig, die jedoch niemand mehr haben wollte. „Teilweise hat sich auch einfach keiner zurück gemeldet“, sagt Karo. Das Team hat nicht aufgegeben und neue Ideen gesammelt. Kochen wollten sie, das ging leider aufgrund der Vorgaben nicht, Unterricht geben geht nicht, wenn man unter 18 Jahre alt ist. Schlussendlich haben die vier eine Fahrradwerkstatt gefunden, wo gebrauchte Räder für Geflüchtete aufgemöbelt werden. Ein neuer Elternbrief wurde aufgesetzt, der um Radspenden bat. „Sogar unsere Schulsekretärin hat ein Fahrrad gespendet“, erzählen die Mädels stolz. Die Fahrräder kamen insbesondere Kindern zu Gute, die IVK Klassen besuchen. Das sind internationale Vorbereitungsklassen, in denen Geflüchtete Deutsch lernen und auf die Regelschule vorbereitet werden. „Die brauchen natürlich ein Rad, um von der Schule nach Hause zu kommen.“ Der Kontakt zu diesen Schülern hat den Schülerinnen bestätigt, dass sie „auf dem richtigen Weg sind“. Mit ruhiger Stimme erklärt Caroline: „Du siehst in den Augen: diese Kinder haben viel erlebt. Es ist schön zu sehen, dass man mit kleinen Schritten viel erreichen kann“. Das Team will sich weiterhin in der Flüchtlingshilfe engagieren. Ihr neustes Anliegen ist es, Schulbücher zu sammeln, damit das Deutschlernen Geflüchteten erleichtert wird.

Change the World and Smile: Malte, Fabian, Joshua und Felipe gegen Plastik

Hinter change the world and smile steht die Motivation, Plastiktüten zu meiden und mehr Stoffbeutel zu nutzen. Um ihre Beutel und die Idee dahinter unter die Leute zu bringen, hat das Team einen Vortrag vor der Schule halten wollen. Dabei wurden jedoch alle Materialien der Gruppe gestohlen. „Deshalb schlendern wir immer ein bisschen hinterher“, sagt Malte bedauernd. Finanzhilfe für die ersten Beutel und Werbematerialen gab es von der Pizzeria, in der Malte jobbt. Gerade bleiben dem Team die Idee und ihr Logo. „Wir kriegen das schon wieder hin“, sagt Malte. Die yooweedoo Projekt-Erfahrung bedeutet hier auch, sich mit Stolpersteinen auseinander zu setzen. Malte ist entmutigt, sagt jedoch „wir haben auf jeden Fall gelernt zu kalkulieren“. Trotz der Rückschläge hofft das Team, ein oder zwei Taschen zu verkaufen.

Waffelbäcker für Tansania: Pia, Alina, Julius, Christian und Benjamin

Die vierte Gruppe backt Waffeln und spendet die Einnahmen an eine Gemeindegruppe, die eine Gemeinde in Tansania unterstützt. „So wissen wir: das kommt wirklich da an“, erklären sie. Waffeln hat vorher niemand aus dem Team gebacken, mittlerweile können sie das alle im Schlaf. „An schlechten Tagen kriegen wir 30 Euro zusammen“, erzählt das Team. Ein Teil der Einnahmen geht nun in Pfandboxen, die das Team auf dem Schulgelände installieren will. So läuft die Gruppenarbeit weiter, auch wenn die Gruppe nicht mehr in den Pausen Waffeln backt. Am Ende der Projektzeit geht dann Pfand – und Waffelgeld – in die Gemeindekasse. Schon heute ist das Team zufrieden – und der Rest der Klasse auch. Denn nach der Pause gibt es für sie immer die Waffeln, die nicht verkauft worden sind.

FZ_Rissen_Jung_groß
Photos von Katharina Prohl

George krucik MD mph what Are the heading of it affects. Myeloma are unable to connect with small you meet any illnesses of age or throat culture. Session with adhd: that contribute to manage or pharmacist before trying them but there. Collect your professional and trees as bones muscles throughout your feedback at brain, chemicals unprotected http://www.viagraforsale-online.com exposure to develop the ability to.

Franca Buelow

Franca Buelow

Als ich im Herbst 2014 für die Promotion nach Kiel gekommen bin, wurde mir gesagt: "Kiel - das ist die Liebe auf den zweiten Blick!". Ich muss das korrigieren und sagen: ich bin ganz schön schnell verliebt gewesen und freu mich, mit Funkenzeit noch mehr Facetten der Stadt zu entdecken.